Marktstudie Rechtsschutzversicherung

Für den Versicherungsmakler macht die breit gefächerte Tarifwelt der Rechtsschutzversicherungen mit dem stark unterschiedlichen Deckungsumfang eine umfangreiche Marktrecherche notwendig, um ausführlich und zutreffend über die Vor- und Nachteile der jeweiligen Angebote informieren und die Gründe für seine Empfehlung in der Beratungsdokumentation festhalten zu können. Und diese Beratung ist für seinen Kunden wirklich sehr wichtig, denn wenn es Streit gibt, spart eine Rechtsschutzversicherung Kosten und Nerven. Für Anwalts-, Gerichts-, Sachverständigen- und Zeugenkosten können schnell einige tausend Euro draufgehen. Wer verliert, zahlt alles.

Nach dem Jahresbericht 2011 des Versicherungsombudsmann e.V. ist die Rechtsschutzversicherung mit einem Anteil von 16,5% am Gesamtbeschwerdeaufkommen die beschwerdeintensivste Kompositversicherungssparte. Verglichen mit den Zahlen der Vorjahre ist die Tendenz dabei deutlich und stetig steigend. So lag der Anteil im Jahr 2010 noch bei 15,2%, im Jahr 2009 bei 13,9% und im Jahr 2008 bei 13,1%. In absoluten Zahlen ausgedrückt, gibt der Ombudsmann 2.021 zulässige Beschwerden für das Jahr 2011 an.

Die vorgenannten Daten legen die Vermutung nahe, dass der Versicherungsnehmer eine andere Vorstellung hat von dem, was eine Rechtsschutzversicherung im Allgemeinen leisten kann, oder welche Besonderheiten bzw. Einschränkungen die in seinem Versicherungsordner abgeheftete Police konkret beinhaltet. Der Abschluss einer Rechtsschutzversicherung sollte daher mit einer ausführlichen Beratung verbunden sein, um den Versicherungsumfang auf den Kundenwunsch abzustimmen.

Eine Begründung für die Unzufriedenheit der Kunden könnte auch in der steigenden Intransparenz auf dem Markt zu finden sein, resultierend aus neu formulierten Risikoausschlüssen, zum Beispiel für Kapitalanlagen jeglicher Art, oder durch weitere Produktvarianten, denen klassische Kernleistungen wie der Steuer-Rechtsschutz fehlen oder die außerhalb eines Gerichtsverfahrens keine Erstattung für anwaltliche Leistungen vorsehen.